Was bedeutet Anti-Ghosting bei Tastaturen?

Was bedeutet Anti-Ghosting bei Tastaturen?
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Kurz gesagt, wenn die Tastatur streikt, weil sie gerade zu viele Befehle auf einmal verarbeiten muss: Das bedeutet Ghosting. Es werden praktisch einige Eingaben/Tasten nicht erkannt, was gerade beim Gaming den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann. Deshalb sollte eine jede gute Gaming-Tastatur das Anti-Ghosting besitzen. Doch wie funktioniert dies im Detail?

Was hat es mit dem N-Key-Rollover auf sich?

Im Zusammenhang mit dem Anti-Ghosting wird gern der Begriff „N-Key-Rollover“ genannt, der auch als NKRO abgekürzt wird. Jedoch behandeln beide Themen etwas anderes. Das „N“ bezieht sich dabei auf die Anzahl von Tasten, welche gleichzeitig gedrückt werden können, ohne das der Ghosting-Effekt entsteht.

Dadurch kommen für den Laien seltsame Produktzusätze wie „7KRO“ zustande. Es heißt aber nichts anderes, als dass diese Gaming-Tastatur einen 7-Key-Rollover besitzt. In der Praxis lassen sich also 7 Tasten gleichzeitig drücken und der spezielle Aufbau sorgt dafür, dass alle Befehle ordnungsgemäß an den Computer übertragen werden.

Sollte in diesem Beispiel jedoch eine achte Taste gedrückt werden, kommt deren Befehl nicht an oder sie blockiert zu ihren Gunsten eine der anderen Tasten.

Warum ist ein hoher N-Key-Rollover so wichtig?

Einfache Tastaturen eignen sich nur bedingt für Gaming, wenn sie bspw. nur einen 3-Key-Rollover besitzen. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es während des Spielens zum bekannten Fehlerton kommt. Dieser signalisiert zu viele gleichzeitig gedrückte Tasten.

Wenn ein Gamer Ego-Shooter oder ein herausforderndes Strategiespiel, benötigt er in der Regel schnelle Reflexe. Das hat viele Tastenkombinationen zur Folge. Kann die Tastatur diesem Anspruch nicht gerecht werden, ignoriert sie bspw. das Nachladen der Waffe. Folglich erhält der Gegner einen Vorteil, sofern seine Tastatur einen höheren N-Key-Rollover besitzt.

N-Key-Rollover = Anti-Ghosting?

In der Praxis verfolgen das N-Key-Rollover und das Anti-Ghosting aber zwei unterschiedliche Aufgaben. Leider werden sie immer mal wieder in einen Topf geworfen. Nimmt man eine Tastatur auseinander, so lässt sich erkennen, dass sie einen speziellen Aufbau verfolgt. Besitzt sie kein Anti-Ghosting, kann Folgendes passieren:

  1. Sie als Gamer drücken und halten zwei beieinander liegende Tasten. Kommt nun eine dritte Eingabe aus der Umgebung hinzu, entsteht normaler Weise das Ghosting.
  2. Entweder wird eine der Tasten nicht richtig verarbeitet oder der Tastatur kommt es so vor, als würde eine ganz andere Taste gedrückt werden, welche Sie aber gar nicht berührt haben.

Sehr viele Gaming-Tastaturen verfügen mittlerweile über das Anti-Ghosting Feature. Allerdings muss differenziert werden, ob die Tastatur wirklich ein Anti-Ghosting beherrscht oder nur eine NKRO-Bezeichnung trägt. Selbst manche Hersteller verwechseln diese Funktionalitäten.

Partielles Anti-Ghosting

In der Regel sind heutzutage alle Tastaturen mit Anti-Ghosting ausgestattet, sodass einen die „Geister“ beim Gaming nicht mehr heimsuchen können. Dennoch sollte dieses Feature in der Produktbeschreibung erwähnt sein.

Wichtig: Als letzte Information sei noch darauf hingewiesen, dass Anti-Ghosting gelegentlich auch nur partiell vorhanden sein kann. Das beste Beispiel betrifft die WASD-Tasten, welche in Ego-Shootern fast immer zum Einsatz kommen. Diese und alle umliegenden Tasten sind dann vom Ghosting-Effekt befreit, aber die restlichen zwei Drittel der Tastatur nicht.

Englisches Anleitungsvideo:


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