Was kann man bei einem Mausarm tun?

Was kann man bei einem Mausarm tun?
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Wenn Sie regelmäßig für längere Zeit am PC sitzen, können sich durch Fehlhaltungen und eine durchgehend schwache Belastung der Armmuskulatur gewisse Beschwerden einstellen. Besonders häufig tritt der sogenannte „Mausarm“ auf. Abgewandelt wird er auch als „Maushand“ und „Mausfinger“ bezeichnet.

Gerade wenn Sie beruflich viel am Computer sitzen und dann auch noch privat eine Gaming-Leidenschaft entwickelt haben, ruft der Mausarm praktisch schon nach Ihnen.


Was sind die Symptome eines Mausarms – einer Maushand?

Denn unser Körper ist für stundenlanges Stillsitzen nicht gedacht. Selbst wenn Sie die Position immer mal wieder verändern, so bleibt es doch bei einer fast ruhiggestellten Tätigkeit und das mögen unsere Muskeln so gar nicht. Diese reagieren dann mit Verspannungen und anderen Beschwerden. Im Falle des Mausarms können dies folgende Symptome sein:

  • Allgemeine Beschwerden im Oberkörper
  • Starke Verspannungen in Nacken, Schultern, Armen und/oder Händen
  • Ein leichtes Kribbeln in den Extremitäten
  • Eine geschwächte Empfindlichkeit in den Fingerspitzen
  • Im fortgeschrittenen Stadium lässt die Kraft in den Muskelpartien nach
  • In schweren Fällen: Koordinationsstörungen & versteifte Gelenke

Der Fachmann spricht hier auch vom sogenannten RSI-Syndrom, was für „(Repetitive Strain Injury Syndrome“ steht. Also eine andauernde Belastung welche zu kurz- und langfristigen Beschwerden führt.

Zu Beginn verspürt die betroffene Person den Mausarm nur bei längerer Belastung am PC. Steht sie auf und geht einer anderen Tätigkeit nach, lassen die Symptome schnell nach. Entwickelt sich aus dem vielen Sitzen und den Fehlhaltungen eine Gewohnheit, so bleiben die Symptome auch nach Beenden der Tätigkeit bestehen. Dies lässt sich gut an den Stichpunkten erkennen, die mit der Zeit wirklich starke Beschwerden hervorrufen. Der Mausarm oder die Maushand sollten also nicht unterschätzt werden!


Wie fühlt sich ein Mausarm an?

Im Gegensatz zum hinreichend bekannten Tennisarm, erkennen Mediziner nicht immer gleich die Symptome des Mausarms. Die gern auch als „Sekretärinnen-Krankheit“ bezeichneten Beschwerden treten verstärkt dann auf, wenn eine Person täglich mehr als drei Stunden am Computer arbeitet oder spielt.

Verspannungen durch langes Sitzen ohne viel Bewegung ist bekannt dafür, dass daraus vielseitige Verspannungen resultieren. Was in den Schultern und Armen beginnt, kann sich auf die Bandscheiben, den Nacken und bis in die Fingerspitzen ziehen.


Was lässt sich bei einem Mausarm tun?

Mit Fehlhaltungen ist vor allem ein falsches Sitzen gemeint. Die Arme sollten auf Lehnen im Stuhl ruhen können. Unterarm und Oberarm bilden annähernd einen rechten Winkel. Der Rücken sollte durch den Bürostuhl gestützt werden. Achten Sie dennoch darauf, dass Sie immer etwas anders sitzen. Aller paar Minuten nehmen Sie einen Wechsel vor. Und Sie sollten alle 30-60 Minuten wenigstens für 5 Minuten aufstehen und sich bewegen. (das wirkt sich auch positiv auf die Figur aus) Wie gesagt, unser Körper ist für dieses lange Sitzen ohne Bewegung nicht ausgelegt. Stellen Sie sich mal einen Steinzeitmenschen im Büro vor.

Folgendes Video zeigt Ihnen, wie eine korrekte Körperhaltung im Bürostuhl aussieht:

Wenn Sie bereits unter einem Mausarm, einer Maushand oder Mausfingern leiden, dann ist natürlich ärztlicher Rat gefragt. Mit Schmerzmitteln können Sie starken Beschwerden kurzfristig Linderung verschaffen. Langfristig sollten Sie sich einen guten Physiotherapeuten suchen und vom Arzt eine Überweisung zu diesem ausstellen lassen. Denn wirken Sie nicht durch Therapie und Übungen daheim dem Mausarm entgegen, können sich ernsthafte Beschwerden einstellen. Das wirkt sich wiederum auf Ihre Arbeitsleistung bzw. den Spielspaß beim Gaming aus.

Doch nicht nur mit der richtigen Bewegung, einer guten Sitzhaltung und einem passenden Bürostuhl, lässt sich dem Mausarm vorbeugen. Sie sollten in Ihrer Ernährung auf ausreichend Magnesium und Calcium achten. Im Verbund wirken sie unterstützend bei der Anspannung und Entspannung der Muskeln. Mit genügend Omega-3-Fettsäuren beugen Sie Entzündungen vor und B-Vitamine, vorzugsweise aus Vollkornprodukten und/oder Hülsenfrüchten, stärken Ihr Nervensystem. Alles hilfreiche Kämpfer an Ihrer Seite gegen den Mausarm und das RSI-Syndrom.


Mausarm: Chancen auf Genesung

Im frühen Stadium kann dem Mausarm sehr gut entgegengewirkt werden. Häufig nehmen die betroffenen Personen diese Schmerzen und Verspannungen als gegeben hin. Sozusagen ganz normal und „es gehört eben zur Arbeit oder zum stundenlangen Gaming dazu“. Diese Annahme ist jedoch falsch und sollte sich irgendwann ein chronisches Krankheitsbild eingestellt haben, besteht nicht immer eine Chance auf vollständige Genesung.

Wirken Sie deshalb mit gezielten Maßnahmen vor. Wenn der Arzt den Mausarm als solchen nicht erkennt, bitten Sie um eine Überweisung zu einem guten Physiotherapeuten. Am besten informieren Sie sich kurz telefonisch in den Praxen, welcher Therapeut in Ihrer Nähe dafür besonders geeignet scheint. Denken Sie auch an Ihre Ernährung und das diese hier eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle spielt.

Und nicht die Ursache vom Mausarm vergessen: Die falsche Sitzhaltung. Bedingt durch einen nicht korrekt eingestellten Bürostuhl am Arbeitsplatz oder für die Gaming-Sessions. Plus zu wenig Pausen die mit Bewegung verbunden sind.


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