Mechanische Tastaturen – Vorteilhaft für Zocker?

Mechanische Tastaturen – Vorteilhaft für Zocker?
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Mechanische Tastaturen erfreuen sich seit einigen Jahren, vor allem bei Gamern, immer größerer Beliebtheit. Im folgenden Artikel zeigen wir die Unterschiede zwischen herkömmlichen Membran Tastaturen und mechanischen Tastaturen, wir stellen die unterschiedlichen Schaltertypen vor und wir erklären wieso fast jeder Zocker mit Hilfe einer mechanischen Tastatur seinen Skill noch ein wenig verbessern kann.

💡 Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag meines Bloggerkollegen von Zockergear (ein toller Blog – unbedingt vorbeischauen!)


Vor- und Nachteile von mechanischen Tastaturen im kurzen Überblick

Bevor sich dieser Ratgeber den technischen Details mechanischer Tastaturen widmet, findest du die größten Vor- und Nachteile hier kurz zusammengefasst.

Mechanische Tastaturen – Die Vorteile

Besseres Schreibgefühl durch deutliches Feedback

Die in hochwertigen Gaming Tastaturen verbauten mechanischen Schalter bieten, im Vergleich zu den einfachen Gummi Noppen die in Rubberdome Tastaturen verbaut sind, technisch deutlich mehr Möglichkeiten. Aus diesem Grund gibt es eine große Anzahl unterschiedlicher Switches, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Einsatzgebiete haben. Mechanische Tastatur ist also nicht gleich mechanische Tastatur, denn je nach verbauten Switch sind die Unterschiede enorm.

N-Key-Rollover

N-Key-Rollover bedeutet, dass du theoretisch alle Tasten gleichzeitig drücken kannst und diese trotzdem gleichzeitig vom Computer erkannt werden. Moderne Rubberdome Tastaturen können maximal zwei bis drei Tasten gleichzeitig erkennen. In einigen Games hast du also, allein durch das N-Key-Rollover schon einen großen Vorteil.

Hohe Lebensdauer und kaum Verschleiß

Die durchschnittliche Lebensdauer von Membrantastaturen liegt bei nur etwa fünf Millionen Anschlägen je Taste. Die in mechanischen Tastaturen verbauten Schalter sind für eine Lebensdauer von 30 bis 70 Millionen Betätigungen konzipiert. Die Lebensdauer von mechanischen Tastaturen ist damit etwa zehnmal so hoch, wie die einer Rubberdome Tastatur.

Ein weiterer Aspekt ist der kaum vorhandene Verschleiß. Mechanische Tastaturen fühlen sich auch noch Jahren intensivem Zockens noch an, wie am ersten Tag. Das Schreibgefühl von Rubberdome Tastaturen verschlechtert sich im Laufe der Zeit jedoch deutlich und es kommt häufig zu klemmenden und kippelnden Tasten.

Unter Berücksichtigung der hohen Lebensdauer und des geringen Verschleißes, erscheint auch der etwas höhere Preis einer mechanischen Tastatur als gerechtfertigt.

Gute Robustheit und Standfestigkeit

Mechanische Tastaturen sind oft aus Metall und anderen hochwertigen Materialien gebaut. Ihr Gewicht ist deshalb relativ hoch und sie verrutschen beim Tippen fast nie. Besonders wenn du Shooter oder andere sehr schnelle Spiele spielst, wird dich dieser Vorteil in hektischen Situation retten.

Bessere Reinigungsmöglichkeiten

Mechanische Tastaturen können fast vollständig zerlegt werden. Ähnlich wie bei einem Legobausatz, sind die Keycaps nur auf den eigentlichen Schalter aufgedrückt. Mit einem Keycap Remover lassen sich die Keycaps einfach herausziehen. Du kannst die Keycaps dann mit warmen Wasser und milder Seife oder Duschgel säubern. Für den Rest der Tastatur ist eine Zahnbürste empfehlenswert um auch in die kleinen Zwischenräume zu kommen. Nachdem die gereinigten Keycaps wieder vollständig getrocknet sind, kannst du dich ans puzzeln machen und die Tastatur wieder zusammenbauen. Du erhältst so in etwa einer Viertelstunde eine Tastatur, die praktisch wie neu aussieht ohne auch nur einen Euro zu investieren.


Mechanische Tastaturen – Die Nachteile

Laute Tippgeräusche

Mechanische Tastaturen sind, aufgrund ihrer Bauart, wesentlich lauter als Tastaturen mit Rubberdome Technik. Es gibt jedoch auch einige Silent Version und fast jede mechanische Tastatur kann nachträglich mit kleinen Dämpfungsringer unter jeder Taste deutlich leiser gemacht werden.

Höherer Anschaffungspreis

Günstige Mechanische Tastaturen fangen bei etwa 70 Euro an, die teuersten Modelle kosten jedoch bis zu 200 Euro. Im Vergleich dazu, gibt es einfache Rubberdome Modelle bereits für etwa 15 Euro. Wenn man die wesentlich höhere Lebensdauer mitbetrachtet, kann sich eine mechanische Tastatur noch einigen Jahren aber auch finanziell lohnen.


💡 bevor wir uns die unterschiedlichen Switches anschauen, möchte ich euch die tolle Infografik von Zockergear nicht vorenthalten:

Please include attribution to zockergear.de with this graphic.

Mechanische Tastaturen Infografik


Die unterschiedlichen Switches

Die in mechanischen Tastaturen verbauten Switches lassen sich in lineare Switches, taktile Switches und clicky Switches unterteilen.

Lineare Switches sind am einfachsten. Sie geben dir beim Schreiben, im Gegensatz zu taktilen und clicky Switches, kein spürbar oder hörbares Feedback, wenn du die Taste ausgelöst hast. Weil es während des Schreibvorgangs keinen Punkt gibt, der dir zeigt, dass du die Taste ausgelöst hast, wirst du lineare Switches immer maximal durchdrücken.

Taktile Switches geben dir ein spürbares Feedback, wenn du die Taste soweit gedrückt hast, dass sie ausgelöst wurde. Aus diesem Grund betätigen geübte Benutzer taktile Switches oft nur soweit, dass sie auslösen. Herunterdrücker der Taste bis ganz nach unten ist also nicht nötig.

Clicky Switches geben dir neben dem spürbaren Druckpunkt auch noch einen „Klicksound“, wenn du die Taste ausgelöst hast. Der Hauptvorteil liegt also, wie bei taktilen Switches, darin, dass du clicky Switches nicht bis ganz unten durchdrücken musst.

Der größte Teil aller Switches wird aktuell von Cherry produziert. Cherry Switches werden auch von anderen bekannten Gaming Marken wie zum Beispiel SteelSeries oder Zowie in einigen Tastaturen verbaut. In letzter Zeit gab es jedoch vermehrt auch Eigenentwicklungen zum Beispiel von Razer. Aufgrund der riesigen Anzahl unterschiedlicher Switches, ist es leider nicht möglich in diesem Artikel auf jeden Switch einzugehen. Wir stellen daher nur die Switches vor, die für Gamer am wichtigsten sind.

Cherry MX Switches

Alle Cherry MX Switches sind noch den Farben benannt, die der jeweilige Switch hat. Die Farbe der Keycaps kann davon abweichen. Es gibt also durchaus Tastaturen mit Cherry MX Red Switches, die von außen vollständig schwarz sind.

Cherry MX Black

Cherry MX Black Switches sind die beliebtesten linearen Switches. Sie liefern kein Tastenfeedback und können deshalb sehr schnell bedient werden. Bei Gamern, vor allen aus dem Strategie- und Rollenspielbereich, sind Cherry MX Black Switches sehr beliebt.

Cherry MX Red

Cherry MX Red Switches sind praktisch leichter zu drückende Cherry MX Black Switches. Sie sind ebenfalls linear ohne Tastenfeedback benötigten aber nur 45 cN Kraft, statt der 60 cN Kraft eines Cherry MX Black. Seit 2015 gibt es diese sehr beliebten Switches auch, als Cherry MX Red Silent, in einer leiseren Version.

Cherry MX Blue

Cherry MX Blue Switches sind bei “Vielschreibern“ beliebt. Sie haben ein deutliches taktiles Feedback und ein lautes Klicken. Bei diesen Switches merkst du also deutlich die Auslösung, bevor du den Switch komplett durchgedrückt hast. Cherry MX Blue Switches fühlen sich anfangs etwas ungewohnt an, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sind die meisten Benutzer von Cherry MX Blue Switches jedoch begeistert.

Lediglich der sehr laut Klicksound wird oft als störend empfunden.

Cherry MX Brown

Der Cherry MX Brown Switch ist der beliebteste mechanische Switch auf dem Markt. Er ist eine Art Hybrid eines typischen Gaming Switches wie dem Cherry MX Red und einem Schreib Switch wie dem Cherry MX Blue. Im Vergleich zu Cherry MX Blue, ist dieser taktile Switch, deutlich leiser.

Switches von anderen Herstellern

Kailh Black, Red, Blue und Brown Switches

In den letzten Jahren hat die Anzahl Hersteller, die Switches der chinesischen Firma Kailh (Kaihua Electronics Co.) verbauen, deutlich zugenommen. Die technischen Spezifikationen der Kailh Switches entsprechen genau den jeweiligen Cherry Switches. Auch wenn die Firma die bekannten Cherry MX Switches nur kopiert hat, spricht dies nicht automatisch für schlechte Qualität. Kailh produziert seit mehr als 25 Jahren elektronische Switches und ist in Asien für gute Qualität bekannt. Der exakte Nachbau der Cherry MX Switches ist rechtlich möglich, weil das Patent von Cherry inzwischen abgelaufen ist.

Razer Green, Orange und Yellow Switches

Razer die früher ausschließlich auf Cherry MX Switches gesetzt haben, verbauen inzwischen in ihren mechanischen Gaming Tastaturen drei eigenentwickelte Switch Typen mit deutlich anderen Spezifikationen. Auch die Razer Switches werden in China von Kailh produziert.

Der Razer Green Switch hat Ähnlichkeiten zum Cherry MX Blue Switch. Seine Aktivierungsdistanz ist jedoch geringer und es ist weniger Kraft nötig. Der Razer Orange Switch ist vergleichbar mit einem Cherry MX Brown Switch, der eine etwas geringere Betätigungsdistanz hat. Auch der Razer Yellow Switch ist mit einem Cherry MX Switch vergleichbar. Im Gegensatz zum beliebten Cherry MX Red Switch, ist seine Aktivierungsdistanz aber wesentlich geringer.

Insgesamt wird es deutlich, dass Razer seine Switches speziell für Gamer entwickelt hat. Die geringeren Aktivierungsdistanzen machen es möglich, sehr schnell hintereinander die Tasten zu betätigen. Dieser Vorteil wird vor allen von Gamern, die die selbe Taste schnell hintereinander „spammen“ genutzt.

Logitech Romer-G

Der Romer-G Switch ist der erste mechanische Switch, der von Logitech entwickelt wurde. Er wird bisher nur in der Logitech Tastatur Orion Spark G910 verwendet. Die Switches werden von Logitech selbst, in Zusammenarbeit mit der für qualitativ gute Switches bekannten japanischen Firma Omron, produziert.

Die Aktivierungsdistanz und die benötigte Druckkraft der Romer-G Switches ist, genau wie bei Razer Switches, gering. Logitech hat diesen Switch also ebenfalls explizit für Gamer entwickelt. Die taktilen Switches sind im Vergleich zu Cherry MX Switches deutlich leiser.

SteelSeries QS1

Auch SteelSeries hat, nachdem sie lange auf Cherry Switches zurückgegriffen haben, mit dem QS1 Switch eine erste Eigenentwicklung produziert. Der taktile Switch hat eine sehr kurze Aktivierungsdistanz. Er richtet sich damit an Gamer, die sehr schnelle Reaktion brauchen. Auch die SteelSeries Switches werden von der chinesischen Firma Kailh hergestellt. Sie sind am ehesten vergleichbar mit Cherry MX Red Switches.


Individualisierung von mechanischen Keyboards

Aufgrund der leicht wechselbaren Keycaps gibt es die Möglichkeit, mechanische Tastaturen zu individualisieren. Es gibt für alle verbreiteten Switches eine große Anzahl Keycaps, die du nutzen kannst um wichtige Tasten wie WASD oder die Leertaste auszutauschen. Du kannst so deiner Tastatur eine persönliche Note geben.


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💡 Zusammenfassung und Fazit

Mechanische Tastaturen sind für fast jeden Gamer eine gute Investition. Die deutlichen Vorteile, insbesondere die gute Haptik und die extreme Langlebigkeit rechtfertigen den Aufpreis zu einer herkömmlichen Rubberdome Tastatur.

Die Auswahl einer mechanischen Tastatur sollte vor allem vom verbauten Switch abhängig gemacht werden. Weil die Wahl eines Switches vor allem subjektiv ist, ist es kaum möglich einen Switch zu empfehlen. Aus technischer Sicht sind alle oben beschriebenen Switches mehr als geeignet um ins nächste Level zu starten.


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